Berlin
Die Saison ist am 14. Juni 2009 eröffnet:
Skate bei Night
AZM 18.06.2009
Krrrrsczzzzz macht es, wenn Plastik über Asphalt reibt. Ein Geräusch, das ich an diesem Abend öfters höre. Nämlich immer dann, wenn ein Inlineskater das Gleichgewicht verliert und mit einer unfreiwilligen akrobatischen Einlage, durch seine Knie-, Ellenbogen und Handgelenkschoner vor Verletzungen geschützt, über die Straße rutscht. Das dies auch schmerzen kann, daran denkt noch keiner als am Sonntag Abend immer mehr Menschen mit ihren Inliner und Rollschuhen aus den U-Bahn-Löchern am Alexanderplatz krabbeln. Um 20.30 Uhr fällt der Startschuss zur Skate-by-Night-Saison 2009 in Berlin. Von Polizei und freiwilligen Ordnern flankiert setzt sich der Tross aus über 1000 Skatern in Bewegung.
Die Stadt aus einer anderen Perspektive erleben
Es geht einmal rund um das Rote Rathaus, die Straße Unter den Linden ist auch schnell durchquert. In der Luisenstraße geht es zum ersten Mal bergan und das Feld wird auseinander gezogen. Der zweite Anstieg folgt sofort, als es über die Invalidenstraße geht. Bei der Abfahrt kann entspannt werden, der nächste Teil der Strecke ist eben, nur der Straßenbelag ist im Wedding (Richtung Müllerstraße/Scharnweberstraße) nicht ganz einfach. Am Kurt-Schumacher-Damm, die von manchen schon herbeigesehnte Pause: Trinken, Wasser! Schwitzige Skater säumen den Weg. Nachdem die Flaschen brav in die dafür von den Organisatoren bereitgestellten Eimern entsorgt worden sind, geht es weiter. Richtung Osloer Straße, Richtung Prenzlauer Berg. Krrrrsczzzzz – das wohlbekannte Geräusch von Plastik auf Asphalt ist ganz in meiner Nähe zu hören. Auch ich halte den Anschluss nicht, muss abreißen lassen. Gruppen von Skatern ziehen an mir vorbei. Das Knie schmerzt, die Zunge hängt aus dem Hals. Aber aufgeben kommt nicht in Frage: Das schöne Gefühl, das Ziel zu erreichen, treibt mich weiter.
Aufgeben kommt nicht in Frage
Der Fernsehturm ist in Sicht, die letzten Straßenbahnschienen quer zur Fahrtrichtung der Skater - als Stolperfallen markiert - werden überwunden. Jetzt nur noch rollen lassen und vom Glücksgefühl, die Strecke bewältigt zu haben, ins Ziel treiben lassen. Das „Krrrrsczzzzz“ von Plastik auf Asphalt, klingt in meinen Ohren noch eine Weile nach.
Das nächste Mal (28. Juni um 20.30 Uhr) geht es auf nach Kreuzberg. Die erste Runde ist gut 19 km lang, danach folgt eine Speedrunde von noch mal fast 10 Kilometern.
Wer teilnehmen möchte, beteiligt sich mit 2 Euro Unkostenbeitrag. In der Pause gibt es dafür auch ein Getränk gratis. Weitere Informationen und Bilder finden Sie unter www.berlin.skatebynight.de
An Pfingsten in Kreuzberg: 14. Karneval der Kulturen in Berlin
AZM 31.05.2009
Punkt 12 Uhr fiel der Startschuss zur farbenprächtigen Parade durch Berlin-Kreuzberg, dem Höhepunkt des Straßenfestes „Kareval der Kulturen“. So bunt wie die Welt, so bunt wie Berlin: Phantasievolle, fantastische Kostüme, Tänzer, Trommler, Feuerschlucker, – sie alle lassen sich vom Publikum am Straßenrand feiern. Im vergangenen Jahr säumten 1,3 Millionen Zuschauer die Strecke, in diesem Jahr sind es ungleich mehr. Alle sind gekommen, um sich die Darbietung von mehr als 90 Formationen aus 70 Nationen anzuschauen. Einen Eindruck der kulturellen Vielfalt und der Freude der rund 4700 Teilnehmer, haben wir in einer Fotostrecke für Sie zusammengestellt.
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„Schokoladenflieger“ über Tempelhof
AZM 13.05.2009
Berlin feiert das Ende der Luftbrücke vor 60 Jahren. Zu einem großen Fest auf dem Gelände des Flughafen Tempelhof kamen viele, die die Luftbrücke selbst erlebt haben. Entweder als Kind in Berlin oder als Soldat einer alliierten Nation. Als Attraktion vor allem für die Kinder flog ein Rosinenbomber ganz dicht über den Flugplatz und warf Fallschirmchen mit Schokolade ab.
Ein Blick zurück
Zwischen den Westmächten (USA, Großbritannien und Frankreich) und der Sowjetunion kam es schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg zum Streit über die Staatsform des zukünftigen Deutschlands. Die Sowjetunion wollte einen kommunistischen Einparteien- Staat während die Westmächte an einem demokratischen System mit mehreren Parteien festhielten. Der Konflikt um Einfluss und Macht betraf nicht nur Deutschland, sondern auch Europa und den Rest der Welt. Er ist als Kalter Krieg in die Geschichte eingegangen. Der erste Höhepunkt dieses Konfliktes war die Sperrung von Straßen, Bahngleisen und Flüssen die von Westdeutschland nach Westberlin führten durch die Sowjetunion von Juni 1948 bis Mai 1949. Dadurch konnten die Sektoren der Amerikaner, Briten und Franzosen nicht mehr mit Lebensmitteln, Kleidung und Brennmaterial versorgt werden. Die Sowjetunion erhoffte sich dadurch, ganz Berlin kontrollieren zu können.
Versorgung aus der Luft
Aber die Amerikaner und Briten entschieden, die lebensnotwendigen
Produkte im Flugzeug nach Berlin zu transportieren. Von Juni 1948 bis September 1949 waren viele verschiedene Flugzeuge vor allem aus Großbritannien und den USA für die Berliner Luftbrücke im Einsatz. Insgesamt gab es fast 280.000 Flüge. Am 16. April 1949 landete sogar alle 62 Sekunden ein Flugzeug in Westberlin. Es wurden ungefähr eine halbe Million Tonnen Lebensmittel und 1,5 Millionen Tonnen Kohle eingeflogen.
Der amerikanische Pilot Lt. Gail S. Halverson hatte die Idee, kleine
Fallschirme zu basteln, an die er Päckchen mit Süßigkeiten hängte. Wenn er mit seinem Flugzeug über Westberlin flog, warf er für die Kinder die Schokoladenfallschirme ab.
Das größte Transportflugzeug, das von den Briten während der Luftbrücke eingesetzt wurde, war die Hastings. Ein solches Flugzeug steht auf dem Hof des Alliierten Museums. Das Museum in der Clayallee 135 in Zehlendorf öffnet täglich - außer Mittwoch - zwischen 10 und 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens
AZM 07.05.2009
ist – wie es schon der Titel verrät – auf das Leben ausgerichtet; eine Ausstellung, die tief berührt und zum Nachdenken anregen soll.
Die von der Ausstellungskuratorin Dr. Angelina Whalley konzipierte Ausstellung zeigt den menschlichen Körper im Kreislauf von Entstehen und Vergehen. Sie ist als Selbstentdeckungsreise konzipiert. Über 200 echte menschliche Präparate in plastinierter Form zeigen den Körper im Lauf der Zeit: Wie er entsteht, reift und wächst, den Höhepunkt erreicht und schließlich schwächer wird – die Palette reicht von der Zeugung bis ins hohe Alter.
Ab heute ist die umstrittene Ausstellung im Postbahnhof am Ostbahnhof fürs Publikum geöffnet. Ausstellungsgegner finden es moralisch verwerflich, Tote beim Sex darzustellen. Es sei nichts mehr als eine „neue, besonders effektgierige Leichenfledderei“.
Die Macher sehen es indes als eine Art Biologieunterricht, als Darstellung anatomischer Studien des menschlichen Körpers. Dazu gehöre auch der Geschlechtsakt. Gunther von Hagens wird in der Bildzeitung zitiert: "Es lehrt die Besucher mehr als jeder Biologieunterricht. Mit Pornografie hat das nichts zu tun, es soll nicht sexuell erregen!".
Aber die Körper werden auch beispielsweise beim Sport oder Musizieren gezeigt. Ist ein künstlerisches Arrangieren von Leichen wirklich nötig, um dem Publikum zu zeigen welche Muskeln beispielsweise beim Hochsprung aktiv sind? Vielleicht.
Wir haben die Ausstellung besucht und finden, dass die Echtheit der ausgestellten menschlichen Organe und Körperfunktionen, einen Erkenntnisgewinn in ästhetischer Form darstellt. Dieser Rundgang stimmt auf jeden Fall nachdenklicher über Leben und Tod. Durch die plastische Darstellung der freiwillig zur Verfügung gestellten Körper, bekommt man Hochachtung vor dem „Wunder der Natur.“
Die Ausstellung ist noch bis zum 30. August im Postbahnhof am Ostbahnhof Berlin zu sehen. Tickets kosten für Erwachsene 17 Euro und für Kinder 15 Euro an der Tageskasse. Im Vorverkauf sind sie 2 Euro günstiger.






















